Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das zunehmende 'Online-Leben'
axel-fox
07.12.2004, 09:31
foppi brachte mich gerade auf diesen Artikel:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,331331,00.html
Wenn ich darueber nachdenke, wie wichtig es fuer mich ist, ueberall online gehen zu koennen, wo ich will, fasziniert es mich, wie ich die ersten Jahre meines Lebens ueberhaupt ueberstanden habe. Die Flatrate ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken, irc und icq laufen staendig auf einem Server, den ich von ueberall her erreichen kann, etc.
Scherzeshalber habe ich schon des Oefteren behauptet, wenn es endlich einen 'Online Chip' gibt, der ins Hirn implantiert wird und flaechendeckenden Zugang bietet, waere ich der Erste, der sich freiwillig als Testkanninchen zur Verfuegung stellt. Ich glaube, die Aussage ist nichtmal so verkehrt.
In meinem letzten Urlaub ('Wintersport' Anfang des Jahres) war ich taeglich mindestens 2 Stunden online, da war es mir anfangs auch egal, dass 1 Stunde nicht wirklich preiswert war. Ohne Onlinezeit keine Erholung.
Dabei ist es bei mir nichtmal so, dass ich dem allgemeinen Geek-Bild entspreche, Freunde habe ich im RL auch genuegend (sogar welche, die bereit sind sich in der Oeffentlichkeit mit mir zu zeigen ;o)), gehe sogar relativ gerne weg und kann sicherlich auch Spass haben, ohne dass ich dauernd Online bin. Aber im Hinterkopf spukt dann ab und an wieder das Netz rum, welches zu Hause auf mich wartet.
Ist schon irgendwie komisch...
fellohrenmuetze
07.12.2004, 10:00
ist bei mir aehnlich, zumindest wenn ich zuhause oder in der umgebung bin. im urlaub kann mir der dreck allerdings gern gestohlen bleiben. und soetwas wie "vorfreude" kann ich auch nicht empfinden wenn ich dann mal 2-3 wochen nicht online war.. zu sehr gehn mir die nachzuholenden arbeiten wie das lesen von ~200 mails auf den sack...
vom typischen geek-bild kann ich mich auch distanzieren, koennte ja beinahe af´s bruder sein *g*
mfg
axel-fox
07.12.2004, 10:25
jau. Wenn wir Geschwister waeren, dann noch fluffy ins Boot holen, dann wirds ganz kriminell glaub ich. Aber lustig wuerds werden.
Vorfreude... die nachzuholenden Arbeiten wie Mails lesen fallen bei mir ja weg. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal 2 Wochen nicht online war. Ich moechte um ehrlich zu sein auch nicht wirklich daran denken, wann es mal soweit kommen wird.
Hm, interessantes Topic. Werde das gleich mal ein wenig vertiefen. Es ist durchaus eine Tendenz dahingehend zu bemerken, dass nicht mehr nur Freaks und Hacker ein "online Leben" führen, sondern inzwischen immer mehr Otto Normalos einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit vor dem Internet-Browser verplempern.
Folgende Stellen des Artikels möchte ich ganze gerne näher durchleuchten und zur Diskussion stellen:
ür den 21-jährigen William Herbert hat das Netz schon längst die Zeitung und auch den Wetterbericht im Fernsehen ersetzt.
Es besteht kein Zweifel daran, dass Onlineinhalte sich immer mehr gegenüber "traditionellen" Medien durchsetzen werden. Man denke nur an das unhandliche Format einer Tageszeitung. Dazu kommt noch die Möglichkeit nur die Themen zu konsumieren, die den Leser wirklich interessieren. Ein Vorteil, den das Fernsehn nicht bieten kann. Zu einer Zeit als ich noch einen Fernsehr hatte, ärgerte ich mich so oft darüber, dass ich auf Themen die micht interessierten lange warten musste und auch zu einer bestimmten Zeit zu Hause sein musste um es mir anzusehen. Ich sehe das ganze sehr positiv.
Das Netz prägt die Vorstellung von Gemeinschaft und bestimmt die sozialen Kontakte.
Das Wort "bestimmt" ist einfach nicht in Ordnung. Das Netz ist nur eine kalte Sammlung von Routern, Kabeln, Servern und einer Menge anderer Technik. Die Vorstellung, dass auch nur irgendetwas von dem was ich tue oder lasse davon BESTIMMT wird, ist einfach furchtbar. Natürlich ist es ein mächtiges Medium, keine Frage. Aber Technik ist dazu da, dass wir sie bestimmen und nicht umgekehrt.
"Viele waren von der Rolle", sagt Sridharan. "Sie konnten ihre Hausarbeiten nicht machen."
Bitte? Gibt es denn auch nur einen driftigen Grund, der dagegen spricht in eine ganz normale Biblithek zu gehen wenn man schon Infos braucht? Klar, Wikipedia und andere Wissens-intensive Seiten im Netz sind äußerst hilfreich und ersparen viele Runs in Bibliotheken. Ich frage mich jedoch ob manch ein Internetbenutzer mit der Einrichtung seines Accounts auch seinen gesunden Menschenverstand abgegeben hat. Das Internet ist NICHT das Maß aller Dinge, sondern nur ein Medium, das sehr wohl ausfallen kann. Man denke nur daran, dass all das schöne Internet von all den kleinen Elektronen abhängt die von einem Kraftwerk kommen. Wer sich dessen nicht bewusst ist und sich zu sehr darauf verlässt, dass das Internet immer zugänglich ist, wenn es gebraucht wird, vergisst schnell welche Alternativen es gibt.
Fazit: Meiner Meinung nach ist die Entwicklung des Internets im Großen und ganzen recht positiv, und es ist auch wichtig, dass man es intensiv nutzt. Doch gerade der unbeadrfte User kann oft nicht unterscheiden, wann der Einsatz des Netzes vorteilhaft oder eher nachteilhaft ist. Bei der Suche nach Informationen kann man viele Stunden vor Google Suchergebnisen verbringen wobei man mit einem Buch so viel schneller sein könnte.
cu all
roman
Man denke nur an das unhandliche Format einer Tageszeitung.
Ein Koenigreich fuer eine "unhandliche" Zeitung am Fruehstueckstisch.
Offtopic:
@etuli
hehe, wems gefällt ;)
würde bei mir daran scheitern:
a) ich frühstücke kaum, und wenn dann schnell im stehen, weil keine Zeit.
b) ich bin doch nicht krank und kaufe vor dem frühstück eine zeitung
c) das unhandliche Format ;)
cu
roman
fellohrenmuetze
07.12.2004, 13:43
beim fruehstuecken brauch ich auch keine zeitung, denn fruehstuecken tu ich eh nie. aber so´n abo fuer die zahlreichen stunden in denen man den porzellangott huldigt, hat schon was :D
a) ich frühstücke kaum, und wenn dann schnell im stehen, weil keine Zeit.
b) ich bin doch nicht krank und kaufe vor dem frühstück eine zeitung
c) das unhandliche Format ;)
a) Samstags und Sonntags wird im Bett gefruehstueckt
b) Bring ich beim Broetchenholen mit, bzw. meine Freundin bringt sie dann mit
c) Deshalb ist die Zeitung nicht aus unknickbarem Beton, sondern aus Papier
;o)
Und wenn man einmal probiert hat, ne Zeitung als PDF aufm PDA zu lesen, na dann stört einen die Größe nie wieder... :D
Offtopic:
a) Samstags und Sonntags wird im Bett gefruehstueckt
b) Bring ich beim Broetchenholen mit, bzw. meine Freundin bringt sie dann mit
c) Deshalb ist die Zeitung nicht aus unknickbarem Beton, sondern aus Papier
a) Samstag und Sonntag frühstücke ich auch nix, ich werd meist zum Abendessen wieder wach ;)
b) Hm, vielleicht könnte der Pizzamann ja mal eine mitbringen *GGG*
c) Ob Papier oder Beton, das Format bleibt das gleiche. Beton hätte jedoch den Vorteil, dass die Zeitung nicht so schnell hinne wird.
jau. Wenn wir Geschwister waeren, dann noch fluffy ins Boot holen, dann wirds ganz kriminell glaub ich. Aber lustig wuerds werden.
Ich lebe nur online. Daher bekommt man mich erst gar nicht aus dem Haus :) - Das ist übrigens der einzige Grund für meine langen Haare, weil ich ja nie raus gehe kann ich auch nicht zum Friseur marschieren. Abgesehen vom extreme-headbanging including extreme-bierdrinking.
PygoscelisPapua
10.12.2004, 00:14
Ich hab jetzt mal zwangsweise über eine Woche keinen Internetzugang mehr gehabt, wegen Problemen beim ISP. Anfangs war es für mich die Hölle und ich habe jeden Tag darüber geflucht, dass es so lange dauert, bei meinem Provider. Die ersten Tage wusste ich dann garnicht, was ich mit der Zeit, die ich zu Hause war, anfangen sollte. Anmerkung: auch ich bin kein Geek, auch ich habe ein Leben außerhalb und verbringe zur Zeit sehr viel Zeit für anderwertige Sachen, aber sobald ich dann zu Hause bin, lenkt der PC meine Hauptaufmerksamkeit auf sich.
Nunja, aber nun bin ich doch relativ froh, dass ich diese Auszeit hatte - ich beschäftige mich auch wieder mehr mit meinen anderen Hobbies und bin zu ein bisschen was gekommen. Internet ist zwar eine tolle Sache, aber man sollte sich auch regelmäßig Auszeiten gönnen. Und ich war halt einfach zu wenig Weg - der letzte längere Urlaub ist schon Jahre her - da saugt einem das Internet doch föllig auf.
@rgeber:
Zu dem Aspekt mit der Bücherhalle: Auch ich bin damals sehr oft für Schulaufgaben in die Bücherhalle gegangen, hab mir 10 Bücher nach Hause geschleppt, diese durchgewälzt und am Ende meine Aufgaben gemacht, aber seit dem ich das Internet habe, hab ich bemerkt, wie beschränkt man doch ist, wenn man nur auf die Bücherauswahl seiner Bücherhalle zugreifen kann.
Das Internet bietet einfach eine so unglaublich riesige fülle an Informationen - und auch, wenn es sehr viel umständlicher wäre, diese letztendlich zu finden, nehm ich es lieber auf mich, als die paar Bücher der Bücherhalle - denn die Qualität und Vielschichtigkeit wird dadurch enorm gesteigert. Ich hab öfters auch Zeitperioden ohne Internetzugang gehabt, in denen ich Schulaufgaben erledigen musste und weiß aus eigener Erfahrung, dass ich selbst von meiner Arbeit nicht befriedigt war und mehr aus der Aufgabe schöpfen wollte, dieses aber mangels Informationsquellen dann nur bedingt, bzw. erschwert [Besuch mehrere verschiedener Bücherhallen quer durch Hamburg] möglich war. Allein deshalb würd ich mich lieber in ein Internetcaffee setzten, anstatt zur Bücherhalle zu gehen.
Und dann noch zum Punkt Internet im Urlaub: Könnt ich mir nicht vorstellen, hab ich noch nie gemacht. Auch sonst spukt mir das Internet nicht den ganzen Tag im Kopf rum [wenn ich hinaus gehe], höchstens, wenn ich jemanden wegen was wichtigem in ICQ erreichen möchte, oder auf eine wichtige Mail warte, oder so.
Hab mich dem "Online Leben" eigentlich so gut wie vollständig abgewendet, da ich einige Zeit keinen Computer mehr hatte. Am meisten fehlte mir der Kontakt zu einem ICQ-Mädel, die ich echt gern hab, aber da kam ich nicht wirklich drüber hinweg. :)
Anfangs war's hardcore, da man alles mit dem Online-Rechner machte, sowohl Kommunikation ala Email, ICQ und Chat, als auch die Internetrecherchen und der nervige Filesharingkrams.
Man muss nur die Offlinealternativen finden, dann geht's.
ICQ, Chatten, Email = telefonieren und mal'n ordentlichen Brief schreiben
Filesharing = sich auf gute Alben beschränken und die kaufen, Spiele und Filme aus der Videothek ausleihen
Google = gutes Lexikon, Bücherei
Ebay vergessen, sorry. Dafür gibt es keine Alternative, ehrlich. Scheisst einfach auf Konsum, außer Schlafen, Essen und Ficken braucht man nichts.
Für Pornoseiten habe ich keine Alternative gefunden, außer immer schön weggehen und Glück haben, dass was läuft.
Das ist schon seltsam. Jeder aus meinem Umfeld würde mich als Computersüchtigen bezeichnen. Eben. Als abhängig vom Computer aber nicht vom Internet, was wohl durch den fehlenden DSL Anschluss bedingt ist.
Mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt wo mir die Sachen online nicht wirklich viel bedeuten. Liegt das daran, dass ich eigentlich nur einen Freund via Internet 'habe' der mich auch schonmal so getroffen hat? Die Kommunikation via IRC läuft eigentlich nur im Rahmen von Hilfe für technische Belange und ab und an mal was 'persönliches' mit nem Schulfreund. Via Mail unterhalte ich eigentlich nur Kontakte mit irgendwelchen Boardmailern und meinem Moderatorkollegen, was mich auch schon auf's www bringt. Da bin ich hier, auf 'nem bsdforum und einer großen deutschen cs Seite ( zum teil moderativ ) unterwegs. In den letzten Monaten war ich immer seltener online und so habe ich mich auch mehr von den beiden 'Freunden' distanziert. Alternativ rückten Aktivitäten in den Vordergrund, die ich auch ohne Internet erledigen kann. wie oben schon erwähnt, gurke ich ja mit ISDN rum und habe somit auch z.B. nur sehr umständlich die Möglichkeit mich mit aktueller Software zu versorgen, was aber eigentlich nur nervig ist, inwiefern es meinen Lernfortschritt beeinflusst hat, kann ich nur schwer abschätzen.
Sollte es mal vorkommen, dass ich mit meiner Umwelt in Kontakt komme und mich auch länger in ihr aufhalte ( meistens gezwungen aber ohne großen Widerwillen ), so denke ich niemals an Computer oder ähnliche Sachen. Lustigerweise erwische ich mich aber öfter dabei, dass ich versuche daran zu denken, um mich von unangenehmen Gedanken oder nervigen Aussagen anderer abzulenken. Ansonsten ist der PC eigentlich der Grund für meine schlechten Noten und mein chaotischen Leben ( immer zu spät, vergesslich ) das ich zur Zeit versuche, abzulegen.
ps: heutiger Tagesablauf: um 11:10 nach Hause gekommen ( 5./6. Stunde wurde blau gemacht ), dann erstmal zwei Stunden Medal of Honor gezockt ( wesegen ich auch heute erst um 1:45 ins Bett und hundemüde in die Schule bin ) und dann schnell Pizza in den Ofen und vorm PC gegessen. Mal sehen vor welche Pflicht ich mich jetzt dann noch drücke.
Hm, in letzter Zeit hat mein Onlinepegel wieder mal mächtig zugenommen. Liegt wohl auch daran, dass ich inzwischen wieder nen Mac als Hauptcomputer habe. Die ewigen Kämpfe mit der armseeligen PC-Technik fallen also weg weshalb ich gleich viel mehr Zeit habe.
Hab einige alten Bekanntschaften wieder aufleben lasse, und so kommt es recht häufig vor, dass vor 3 Uhr noch kein Bett in Sicht ist.
Außerdem finde ich es recht angenehm, sich mal aus der realen Welt zurück ziehen zu können, indem man die Tag-Zeigen einfach verpennt und Nachts durch die weltweiten Datennetze forstet in denen man doch immer wieder mal nen guten Kumpel finden kann.
Das feine am Netz ist einfach, dass man die Leute findet die genau so verrückt sind wie man selbst meint zu sein. In meinem Kuhkaff hier, werd ich meist nur dumm angeglotzt, voller Unverständnis. Also lasse ich es einfach, mich hier unters Volk zu mischen.
Obwohl eines stört mich schon seit ich das erste mal das Internet gesehen habe. Es ist so primitiv aufgemacht und es gibt kaum Ambitionen es mal neu zu gestalten.
Was ich damit meine? Also, vor 10 Jahren war das Internet noch ein sehr mystischer Ort, den die meisten Leute nur vom Hörensagen kannten. Computerfreaks aus aller Welt die Zugang zu brauchbaren Computern wie SGI, Sun oder Apple hatten, brüteten schöne Ideen aus, wie man den Cyberspace zu einer Abbildung der realen Welt machen könnte, nur eben ohne physikalische Beschränkungen, eine Welt in der alles möglich ist.
Noch vor 6 Jahren träumten Visionäre von Avataren die durch 3-D Welten spatzieren um sich mit anderen zu treffen, die sich per Knopfdruck an einen anderen Ort beamen können oder sonst was. Das alles sollte so einfach sein, dass man sich nicht mir Browsern, oder Emailprogrammen befassen müsste. Ok, zugegeben betrifft dies vor allem den Enduser.
Worauf ich hinaus will ist, dass wir heite im Jahre 2005 zwar mit guten Systemen arbeiten, das Web sehr ausgewachsen ist und es auch relativ einfach zu bedienen ist, aber dieses visionäre daran verlorgen ging. Von den meisten Ideen die ich mal im TV oder sonst wo gesehen habe ist nichts mehr übrig, oder sie sind einfach so gut versteckt, dass sie kein Mensch findet.
cu
rgeber
Solche spielereien findest du durchaus in MMORPGs (massivly multiplayer online role play games). Und ich bin auch ganz froh, dass sie ausserhalb dieser irrealen Welten nicht auftauchen.
Die Visionen vergingen, als der Kapitalismus und der freie Markt das Netz entdeckten *scnr*
Du meintest, als man das erste Mal für pr0n Bilder im Netz zahlen mußte?
*scrn2*
ORB